>> Kastration
 
Allgemeines
Zum Thema ... >>> unkontrollierte Vermehrung von Katzen
 



>> Allgemeines
Die Kastration ist so ein Thema für sich. Hier hat wohl auch jeder seine eigene Auffassung und jeder sollte letztendlich für sich bzw. für seine Katze selber entscheiden, wann er sein Tier Kastrieren lässt.

In diesem Punkt gehen nämlich die Meinungen ganz gewaltig auseinander. Die einen meinen eine Katze schon mit 12 Wochen kastrieren zu lassen und andere gehen eher von 6 - 8 Monaten aus.

Im Grunde ist es wohl so das Kastrierte Katzen glücklichere Tiere sind. Sie sind ausgeglichener, zufriedener und haben mehr Lust am Schmusen und Spielen.
Eines ist vor allem klar, eine Kastration ist auf alle Fälle etwas endgültiges und nicht mehr rückgängig zu machen.

>> Kastration der Katze
Bei der Kastration der Katze werden unter Vollnarkose beide Eierstöcke und ein Teil der Gebärmutter entfernt. Meistens sind die Patienten am nächsten Tag schon wieder fit.Vor der OP sollte die Katze 24 Std. nichts gefressen haben ... Wasser ist erlaubt.

Eine Alternative zur Kastration wäre die Sterilisation der Katze, wobei wir davon eher abraten. Ersten bleibt die Katze weiterhin Sexuell aktiv (Rolligkeit) und zweitens ist die Gefahr einer Gebährmutterentzündung recht groß.

>> Kastration des Katers
Bei der Kastration des Katers werden, auch unter Vollnarkose, beide Hoden entfernt. nach dem Eingriff verliert sich die Angewohnheit des Markierens und Spritzens.

Wie auch bei der Katze ist es möglich nur eine Sterilisation durchzuführen, wobei auch hier der selbe Nachteil entsteht und der Kater weiterhin Sexuell aktiv bleibt und seine Duftmarken setzen wird.

>> Fazit
Unserer Meinung nach ist die Kastration die Bewährteste Methode um Unannehmlichkeiten wie das Markieren, die Rolligkeit sowie einer Schwangerschaft aus dem Wege zu gehen.



>> Zum Thema: Unkontrollierte Vermehrung von Katzen (Dr.Eva Taday) [top]

Freigängerkatzen, die nicht kastriert sind, tragen zum Problem der Überbevölkerung bei. Für Katzen, die verwildert auf Grundstücken, Scheunen, Fabrikgeländen etc. ihr Dasein fristen, ergeben sich schwerwiegende Probleme. Zum einen sind sie durch die Domestikation (Zähmung) nicht mehr in der Lage, sich und vor allem ihren Nachwuchs ohne menschliche Hilfe ausreichend zu ernähren. Aber der Nachwuchs stellt sich laufend ein.

Katzen werden das erste Mal mit etwa 6 Monaten geschlechtsreif. der Sexualzyklus der Kätzin ist saisonal polyöstrisch, das bedeutet, sie wird mehrmals im Jahr, vorwiegend im Frühjahr bis Frühherbst, rollig. Wird die Katze gedeckt, so bringt sie pro Wurf (2 bis 3 Würfe im Jahr) etwa 3 bis 8 Welpen zur Welt. Obwohl nicht alle dieser Welpen überleben, so ist ihre Nachkommensrate beachtlich. Angenommen, eine Kätzin hat im Jahr zwei Würfe mit jeweils drei überlebenden Welpen, dann ergibt sich nach zehn Jahren eine Anzahl von mehr als 80 Millionen nachkommen.

80 Millionen Nachkommen nach 10 Jahren

Durch die unkontrollierte Vermehrung werden aber auch gehäuft Lebensbedrohliche Infektionskrankheiten, wie Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose, FIP und FIV übertragen, die nicht nur als Infektionsquelle für wildlebende Katzen, sondern auch für jede im Haushalt gehaltene Katze anzusehen sind.

Die sicherste Methode zur Eindämmung der Überbevölkerung ist die Kastration von Kätzin und Kater. Um konsequent Nachwuchs zu vermeiden, sollten die Tiere schon vor Beginn der Geschlechtsreife kastriert werden, da die Kätzinnen bereits bei der ersten Rolligkeit tragend werden können.

Als Alternative bietet sich die Kontrazeption mit Gestagenen. Hierbei ist aber zu bedenken, dass das Präparat termingerecht appliziert werden muss. Wird das Medikament ausgespuckt oder erbrochen, so ist es wirkungslos. Die exakte Hormonapplikation erweist sich gerade bei verwilderten Katzen in der Praxis als unmöglich.

Nach § 6 Abs. 1 Ziff. 5 des Bundestierschutzgesetz darf die Kastration zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung durchgeführt werden.

Anschrift der Autorin:
Dr. med. vet. Eva Taday
Tierärztliche Gemeinschaftspraxis M. Oestreich/B.Taday
Gartenstraße 14
36341 Lauterbach
Tel: 06641 - 2746

Literaturhinweise:
1. "Das Katzenelend" Broschüre vom Deutschen Tierschutzbund e.V., Bonn 10997
2. Du und das Tier Ausgabe 3/1982

 


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