>> Zucht & Züchter
 

Wer möchte nicht einmal erleben wie es denn wäre, wenn Ihre Katze Junge bekommen würde.

Einmal die Geburt und die Aufzucht einer Katze miterleben. Solch ein Entschluss sollte natürlich reichlich überlegt und durchdacht sein. Wir selber sind keine Züchter, haben aber mittlerweile schon bei verschiedenen Züchtern gesehen mit welch einem Aufwand dieses betrieben wird. Vor allem sollte die Erhaltung der Rasse erstes Ziel der Zucht sein und nicht die bloße Vermehrung bzw. das Geld.

Möchte man nun also Züchten , sollte man schon bei der Auswahl einer Katze (Rasse) sorgfältig vorgehen.

Denn nicht jede Katze eignet sich zur Zucht nur weil die Eltern "hochprämiert" sind. Nicht nur Äußere Qualitäten sollte eine Zuchtkatze besitzen, sonder informieren Sie sich auch über ihren Charakter, die Vorfahren und die Zuchtqualitäten der Mutter. Sollten Sie nur ein einziges mal einen Wurf groß ziehen wollen, entscheiden Sie sich trotzdem für ein Zuchttier. Sie wollen doch nicht, dass sich Mängel wie zum Beispiel ein zarter Knochenbau weitervererbt.

Auf alle Fälle sollten Sie einem Katzenzuchtverband beitreten und einen Zwingernamen beantragen. Da bekommen Sie dann nähere Informationen zum Thema Zucht und Registrierung der Welpen.



>> Rolligkeit [top]

Zuchtkatzen

Sie können so ab dem 9.Monat mit der ersten Rolligkeit Ihrer Katze rechnen. Dieses Zeigt sich in einem ständigem miauen, ihr Hinterteil wird in die Höhe gestreckt, den Schwanz stellt sie zur Seite und sie tretelt mit ihren Hinterpfoten. Das ganze hält etwa acht bis zehn Tage an. Sollte Ihre Katze nicht gedeckt werden, tritt eine Ruhephase von drei Wochen bis zu acht Monaten ein. Ein Jahr sollte Ihre Katze schon in etwa alt sein, bevor Sie sie zum ersten mal decken lassen.

Zuchtkater

Bei einem Kater verhält es sich so, dass er zu jeder Zeit paarungsbereit ist. Als eine Starke Belastung kann sich ein potenter Kater herausstellen, denn Kater haben die Angewohnheit zu spritzen. Sie hinterlassen damit Ihre Visitenkarte. Mit neun bis zwölf Monaten kann Ihr Kater in etwa Decken.

Partnerwahl

Suchen Sie sich rechtzeitig einen geeigneten Kater und scheuen Sie sich nicht, wenn er nicht gleich in Ihrer Nähe wohnt. Ein Stammbaumvergleich ist sehr ratsam und bedenken Sie, dass eine Deckgebühr zwischen 300,- und 600,- € auf Sie zukommt. Im Normalfall wird die Katze zum Kater gebracht und zwar am zweiten, dritten Tag der Rolligkeit.



>> Deckakt [top]

Der Kater Nähert sich beim Deckakt gurrend der Katze. Wenn die Katze bereit ist, besteigt der Kater sie und hält sie im Nacken mit den Zähnen fest. Nach Beendigung des Aktes stößt die Katze einen Schrei aus und der Kater bringt sich schnellst möglich in Sicherheit bevor er eine "watschen" verpasst bekommt. Dieses wird dann mehrmals vollzogen. Wenn sie nun nach ca. zwei Wochen bei Ihrer Katze eine dunkelrosa Verfärbung der Zitzen feststellen, könne Sie davon ausgehen, dass sie trächtig ist. Zwischen 63 und 65 Tage beträgt die Tragzeit (plus, minus 5 Tage wäre auch noch normal). Allgemein beträgt die Anzahl der Welpen zwischen zwei und sechs Welpen.

Die Embryonen liegen einzeln verpackt in einer Fruchthülle in den so genannten Uterushörnern.



>> Geburt [top]

Ein Pappkarton von mittlerer Größe kann als Wurflager dienen. Wobei Sie hier einen Einstieg Hineinschneiden, dass ein Rand von ca. 10cm bleibt. Sie wollen doch nicht, dass die kleinen gleich herauskrabbeln. Den Karton legen Sie dann mit Zeitungspapier und einem sauberen Laken aus und stellen ihn rechtzeitig, ca. zwei Wochen vor dem Wurftermin, an einen warmen ruhigen Ort, wo sich Ihre Katze sicher fühlt.

Für die Geburt sollten Sie sich folgende Sachen bereitstellen.

Waage, Frottetücher, Desinfektionsmittel und zum Notieren der Gewichte etwas zum Schreiben und einen Zettel.

Wenn Ihre Katze nun so langsam unruhig wird deutet es darauf hin, dass es so langsam los geht. Sie wird auch ihr Fressen verweigern und Ihre Nähe suchen. Gehen Sie nun her und führen sie die werdende Mutter zur Wurfkiste und reden mit ihr. Die Wehen treten ein, der Atemrhytmus beschleunigt sich und sie fängt an zu schnurren. Die Katze leckt sich verstärkt und nach den ersten Presswehen wird die erste Fruchtblase sichtbar. Nach der Geburt der Welpen entfernt die Katze das noch in der Fruchthülle befindliche Katzenbaby. Nachdem durchbeißen der Nabelschnur leckt die Katze ihr Neugeborenes trocken, wodurch die Atemtätigkeit angeregt wird. Die wertvolle Nährstoffe enthaltende Plazenta wird von der Katze gefressen. Nicht gefressene Nachgeburten sollten Sie entfernen.

>>Hinweis:
Im Körper zurück gebliebene Geburtsreste können zu schweren Entzündungen führen. Also achten Sie darauf, dass nach jedem Jungtier eine Plazenta folgt.

Sollte eine Pause von mehr als zwei Stunden zwischen zwei Welpen sein, setzten Sie sich mit Ihrem Tierarzt in Verbindung.

Wenn die Katzenmutter sich nicht um das Neugeborene kümmert, dann befreien Sie es aus der Fruchthülle und reinigen Sie Nase und Mäulchen.

Rubbeln Sie nun das kleine mit einem Frottetuch trocken, somit aktivieren sie die Atmungsaktivität und legen Sie das Neugeborene an den bauch der Mutter an.



>> Entwicklung [top]

  • Ein baby wiegt bei der Geburt zwischen 60 und 140 Gramm (je nach Rasse)
  • Verdopplung des Gewichtes nach einer Woche
  • Nach 10 Tagen öffnen sich die Augen und sind blau gefärbt
    (nicht mit Gewalt öffnen)
  • Da es natürlich interessant für die kleinen ist fingen sie in der 4. Lebens-woche an die Welt zu erkunden und verlassen das Nest. Sie sollten vielleicht die Zimmertür mit einem Brett oder Plexiglasscheibe zustellen
  • Um eine schnelle Bindung an den Menschen herzustellen, sollten Sie sich jetzt intensiv mit den kleinen beschäftigen
  • Zusatzfutter, wie Quark mit Babynahrung, können Ihre kleinen so ab der vierten Lebenswoche erhalten
  • Ein flaches Klo bzw. mit flachem Einstieg für die kleinen wäre jetzt nicht schlecht, damit die Mutter sie daran gewöhnen kann
  • Normales Katzenfutter können Sie den kleinen so ab der sechsten Woche Füttern. Achten Sie aber darauf, dass es ausgewogen und abwechslungsreich zusammengestellt ist
  • Vergessen Sie nicht die Katzen in der 4., 6. und 8. Woche zu entwurmen und zu Impfen



>> Der Züchter [top]

Einen Seriösen Züchter zu finden ist natürlich nicht immer einfach, denn es gibt genug "schwarze Schafe" die nicht zum Wohl der Tiere handeln, sondern nur an sich denken. Sie wollen doch sicher nicht, dass Sie sich mit Ihrem neuen Tiger gleich Viren, Bakterien und Pilze einfangen. Nun die Frage wie und wo finde ich einen Seriösen, Verantwortungsvollen Züchter, für den Hygiene, Pflege und vor allem Liebe und Zuwendung eine Selbstverständlichkeit ist ?



Hier mal eine kleine Liste worauf Sie achten sollten:

  • Eine ausreichende Zuwendung und Familienanschluss ist selbstverständlich.
  • Man wird nicht gleich von unangenehmen Geruch erschlagen, wenn man in das Haus oder die Wohnung kommt.
  • Hygienisch sollte es natürlich auch sein.
  • Die im Haushalt befindlichen Katzen können sich frei bewegen und machen einen zufriedenen Eindruck.
  • Augen sollten nicht verklebt sein, die Katzen machen einen gesunden Eindruck und achten Sie drauf, dass die Miezies keinen schmutzigen Popo haben.
  • Schauen Sie sich ruhig um, ob es für die Katzen genügend zu Spielen gibt, Kratzmöglichkeiten und Kuschelecken vorhanden sind.
  • Es sollte natürlich auch keine Massenzucht sein, sondern eine überschaubare Hobbyzucht.
  • Über Impfung und Entwurmung brauchen wir wohl nicht zu reden, ist selbstverständlich...oder?
  • Vor der zwölften Woche sollten die kleinen nicht abgegeben werden und meistens ist es so, dass der Züchter die oder den kleinen Tiger zu Ihnen nach Hause bringt. Er möchte auch sehen wo seine Katze sein Leben verbringt. Das ist sein gutes Recht und spricht ebenfalls für einen guten Züchter.
  • Lassen Sie sich von dem Züchter gut beraten in Sachen wie Pflege, Haltung usw.
  • Zu guter letzt sollte Ihr Züchter auch im nachhinein noch ein offenes Ohr für irgendwelche Fragen und Probleme haben und Ihnen mit rat und Tat zur Seite stehen.



Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser kleinen Liste etwas weiter helfen konnten.

Nun sollten Sie noch wissen, dass Sie sich bitte keine Rassekatze ohne Stammbaum kaufen sollten. Sei Sie auch noch so billig, denn ein Stammbaum kostet ca. 15,- € also kann das den Preis nicht ausmachen. Viel mehr verhält es sich so, dass diese Katzen aus einer Zucht kommen wo der Besitzer garantiert nicht bei einem Verein eingetragen ist. Er umgeht auf diesem Weg die Kontrolle des Vereins. Dieser legt fest, ob die Katze überhaupt zur Zucht geeignet ist, wann die Kätzchen abgegeben werden dürfen, wie oft eine Katze gedeckt wird, Impfungen ... und und und.

Sie können sich vielleicht vorstellen was eine Aufzucht mit hochwertigem Futter und der dazugehörigen Gesundheitlichen Versorgung so alles kostet. Allein dadurch entsteht schon der Preisunterschied. Also bitte die Finger weg von Billigangeboten in Kleinanzeigen der Tageszeitung. Diese sind eher ein Hinweis auf eine Massenproduktion.

Letzt endlich leiden nur die Tiere unter diesen Zuständen. Sie wollen doch auch nicht dauerschwanger sein ... oder?

Wenn es nicht unbedingt eine Rassekatze sein muss, überlegen Sie sich ob Sie vielleicht mal in einem Tierheim vorbei schauen und einer Katze von dort ein Liebevolles zuhause geben.

 
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