>> Abessinier
 
Sachmet von Het-Ka-Ptha
Sachmet von Het-Ka-Ptha
Tochter von Chentet 1987


Dieses ist ein Porträt der Abessinier aus der Sicht eines Liebhabers.

Abessinier und Somalis lassen sich nicht trennen, denn sie haben den selben Ursprung. Die beiden Vokabeln "Abessinier" und "Somali" sind nichts weiter als Namen für zwei Erscheinungsformen derselben Rasse: kurzhaarig heißt sie "Abessinier", als Varietät mit nur wenig verlängertem Fell und buschigem Schwanz heißt sie "Somali". Darüber hinaus bestehen keinerlei Unterschiede.

Paarungen der beiden Varietäten ergeben niemals Mischungen sondern stets wieder entweder kurzhaarige Abessinier oder halblanghaarige Somalis, zuweilen beide im selben Wurf.

Sie sind eine bewußt gezüchtete Katzenrasse, deren Aussehen alle Merkmale einer Wildkatze zeigt: das durchgehend mit Ausnahme der Körperunterseite "getickte" (in jedem Einzelhaar abwechselnd hell/dunkel gebänderte) "Agouti" (Wildkatzen) - Fell ohne deutliche Zeichnung, die nur im Gesicht klar hervortritt; die typische "Puma-Schnauze" mit weißen Schnurrhaarkissen; vollpigmentierte Schwanzspitze und Sohlenstreifen. Ihr eleganter Körperbau nicht ungleich der afrikanischen Falbkatze, die als Stammmutter aller Rassen, die Ur-Haus-Katze, gilt.

Sichere historische Fakten fehlen wie fast immer bei der Suche nach dem Ursprung einer Katzenrasse. Die Lithographie in einem britischen Katzenbuch (Gordon Staples,1874) zeigt eine Katze mit gesprenkeltem Fell. Bildunterschrift: Zula, die Katze von Frau Capitain Barret-Lennard, die Katze kommt aus Abessinien in Folge des Krieges. Wer dieses Bild schon mal gesehen hat zweifelt allerdings an der Ähnlichkeit mit einer Abessinier. Man kann schon eher den neueren Studien glauben, das die Abessinier der Wahrscheinlichkeit nach ihren Ursprung an der Küste des indischen Ozeans hat. Die erste identifizierbare Abessinier ist eine ausgestopfte Katze im Zoologischen Museum von Leiden. Die Katze wurde ca. zwischen 1834-1836 erworben. Der Museumsgründer betitelte sie mit "Patrie, domestica India".

Bereits 1882 war die wildfarbene Abessinierin als Rasse anerkannt. Sie ist damit über 100 Jahre alt und deshalb eine der ältesten modernen Katzenrassen schlechthin. - Der seit den 20er Jahren unseres Jahrhunderts auftauchende Sorrel- (rötlich-hellbraune) Farbschlag erhielt die Anerkennung aber erst 1963.

Die Abessinier/Somali vereint die natürliche Schönheit von Gestalt, Gewand und Intelligenz der Wildkatze mit der Gutmütigkeit der volldomestizierten Katze. Sie gilt als intelligenteste aller Katzenrassen, und ihre Aufmerksamkeit für alles Geschehen der Umgebung steht der eines Tieres der freien Wildbahn nicht nach.

Abessinier

Da ihre Intelligenz viel Beschäftigung verlangt, liebt sie die Gesellschaft. Am besten man hält sich immer gleich mehrere Abessinier/Somalis, das entspannt ungemein und ist besser als fernsehen. Über andere Rassen dominiert sie nämlich fast immer, und zwar kampflos und einfach kraft ihrer Persönlichkeit. Die ihr vertrauten Menschen liebt sie hingebungsvoll. Die menschliche Gegenliebe braucht sie wie die Luft zum Atmen.

Von ihrer recht leisen aber durchaus auch energischen Stimme mit der fast grenzenlosen Modulationsfähikeit macht sie gerne Gebrauch. Die Mimik einer Abessinier ist grenzenlos.

Der ausgeprägte Jagdinstinkt, und ihr immer waches Interesse, auch für menschlicher Meinung nach Nebensächliches, gestattet keine unerreichbaren Plätze im Haus. Die es für Abessinier auch nicht gibt, denn Sprünge aus dem Stand auf einen Hochschrank oder von mehreren Metern Weite gelingen ihr mit Leichtigkeit. Ihre Gewandtheit ist so groß, daß bei alledem eigentlich nur dann einmal etwas lädiert wird, wenn ein besorgter Mensch sie unbedacht erschrickt. Sie können nichts unbeobachtet machen den die Abessinier helfen ihnen bei allen Dingen, wie z.B. am Computer, bei der Hausarbeit usw. Man benötigt viel Zeit und Ausdauer beim Spielen und Schmusen um sie wirklich zufrieden stellen zu können. Langeweile ist ein Wort, das man einem Abessinier-Besitzer erst erklären müßte.

Man sollte die Somali als Halblanghaar-Variante von ihrer kurzhaarigen Stammform Abessinier nicht trennen. Würde man die beiden Rassen strikt getrennt voneinander züchten, bliebe sehr bald der gemeinsame falbkatzengleiche Typ auf der Strecke. Das aber hieße die Grundidee von der Wildkatze im Rassegewand aufgeben.


Zum Standard dieser Rasse: dieser entspricht nicht mehr in allen Punkten den zur Zeit aktuellen Standards der CFA, FiFe, WCF und TICA. So wurde Anfang der 80Jahre gezüchtet. Wer älter Tiere hat oder sich Fotos anschaut wird feststellen das sich die Abessinier in den letzten 10-15 Jahren stark verändert hat.

>> GESTALT: Falbkatzen-Typ: mittelgroß, geschmeidig-elegant, dabei muskulös- hochbeinig und schlank. Hinterbeine, wie bei allen kleinen Wildkatzen, etwas höher als die Vorderbeine. Mäßig keilförmiger Kopf mit stumpfer Schnauze und großen Ohren. Kräftiger aber eleganter Schwanz, im Stand bei gestreckten Beinen bis zum Boden reichend. Augen groß und aufmerksam blickend, angedeutet mandelförmig, je nach Lichteinfall bräunlich-gelb bis grün.

>> FELL: kurzhaarig: Kurz, dicht und eng anliegend.

>> ZEICHNUNG: Als Markenzeichen das "Agouti" oder "Ticking": Jedes Einzelhaar, außer an Brust, Bauch und Innenseiten der Beine, mehrfach abwechselnd hell/dunkel gebändert mit dunkler Spitze. Im Gesicht ausgeprägte Wildkatzenzeichnung mit weißem Kinn und weißen Schnurrhaarkissen ("Puma-Schnauze"). Im übrigen ohne Zeichnungsmuster.bis auf geringe genetisch durch das Agouti bedingte Reste an Hals und Vorderbein-Innenseite.

>> FARBE:

wildfarben: Kopf, Rücken und Körperseiten grau-bräunlich mit schwarzen Haarspitzen. An den Ellenbogen oft dunkler, in reizvollem Kontrast zur Körperunterseite. Brust Bauch und Innenseiten der Schenkel rötlich beige bis aprikosenfarben. Auf dem Rücken meist dunklere Längszone ("Aalstrich"), auf dem Schwanz in schwarz übergehend und in rundum schwarze Schwanzspitze auslaufend. Rückseite der Hinterbeine bis hinauf zur Ferse (Sohlenstreifen), Fußballen und Zehenzwischenröume schwarz. Kinn bis zur Kehle und Schnurrhaarkissen weiß ("Puma-Schnauze"). Nasenspitze ( Nasenspiegel") lehmziegelfarben mit feiner schwarzer Umänderung.

Sorrel: Kopf, Rücken und Körperseiten rötlich sandfarben mit braunen Haarspitzen. Aalstrich, Schwanzspitze, Sohlenstreifen und Zehenzwischenräume braun. Fußballen und Nasenspiegel rosa. Im übrigen wie wildfarben.

Desweiteren gibt es noch die Farben Blue (Blaugrau), Fawn (Beige,Creme).

Chentet von Het-Ka-Ptha
Chentet von Het-Ka-Ptha
1983-1996


Autor:
Wolfgang Franzen

Internet: www.olfie.de/olfie
eMail: wolfgang.franzen@olfie.de

Download Rasseportrait Abessinier >>> [ca. 180 KB]


Copyright by W.Franzen

Quellen:
Meine 3 Räuber, den man muß Aby´s und Somalis erlebt haben um sie zu verstehen

E.Müller/V.Schmalbach "von HET-KA-PTHA"
CFA Breed Profile Abyssinian
WCF/FiFe/TICA/CFA - Rasse-Standard
"History of the Abyssinian Cat" by R.S.Peltz

 
 
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