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Greta vom Südstern

Greta vom Südstern
Balinesin, sealtabby point

Die Balinese entspricht in allem, ausser der Fellänge, der Siamkatze. Die erste Katze dieser Art wurde am 10. Oktober 1928 an einer Katzenshow als "Siamese longhaired" vorgestellt. Von den damaligen Siamzüchtern wurde die Tatsache, dass es ab und zu auch Kätzchen mit etwas längerem Fell gab, grundsätzlich verschwiegen. Diese Tiere wurden als Liebhaberkätzchen verschenkt.

Doch in den 30er und 40er Jahren tauchten immer mehr "longhaired Siamesen" auf und es gab nun auch einige Züchter, die zu diesem Fell standen und mit der harten Arbeit für die Anerkennung begannen.

In den 50er Jahren boomten diese langhaarigen Siamesen geradezu und es gab Tiere mit verschiedenstem Aussehen. Das führte dazu, dass sich die Katzenvereine zusammenschlossen und einen allgemein gültigen Rassebeschrieb herausgaben.

Die Herkunft dieses langhaarigen Felles wird wohl nie ganz geklärt werden können. Zuerst wollten die Siamzüchter es gar nicht wahrhaben, vielleicht, weil sie dadurch belächelt worden sind, vielleicht weil bei vielen das genetische Wissen fehlte, vielleicht auch, weil sie einfach nur kurzhaarige Siamesen wollten. In den USA wird auch erzählt, dass das Langhaar-Gen schon vor dem 1. Weltkrieg in Europa eingezüchtet worden sei durch Türkisch Angorakatzen, um frische Blutlinien zu bekommen. Es gibt auch Züchter, die sind einfach begeistert und sehen es als eine natürliche Mutation, als "an act of God".

Sicher sind einige der damaligen Katzen auch auf die Entstehungszucht der heutigen Colour-Points (Persertyp) zurückzuführen, aber sicher nicht alle. Die Siamese longhaired wurde 1963 in der CFA anerkannt, allerdings umgetauft als Balinese, dem gewählten Rassenamen von Helen Smith, der Pionierzüchterin überhaupt. Noch immer wollten die Siamzüchter keine Verbindung zur Siamkatze sehen.

Die Siamese und auch die Balinese werden in USA nur in den 4 Grundfarben Seal-, Blue-, Chocolate- und Lilac-Point als solche anerkannt. Die übrigen Farbschläge werden als Colour-Point Shorthair, bzw. Javanese bezeichnet. Zur gleichen Zeit etwa wurden in Amerika die ersten Colour-Point Shorthair gezüchtet. Sie entstanden aus Abessiniern, Siamesen und roten Amerikanisch Kurzhaarkatzen. Die daraus erzüchteten Farben, Red-, Cream- und Lynx-Point (Tabby-Point), sowie die Tortie- und Tortie-Tabby-Point (Torbie-Point) bekamen den Namen Colour-Point Shorthair. Die langhaarige Colour-Point Shorthair wurde 1987 in der CFA als Javanese anerkannt.

Die wenigen Balinesen-Züchter begannen nun, auf das Fell zu achten. In den Anfangsjahren galt fast jede Katze als Balinese, deren Fell nicht eng dem Körper anliegt. Heute hat nicht nur das Aussehen der frühen Balinesen (wie das Aussehen der Siamesen übrigens auch), sondern auch das Fell einen Wandel durchgemacht. Und um den Typ etwas eleganter zu bekommen, wurde das ganze Zuchtprogramm mit Siamesen durchgeführt. Jeder Zweifel ist heute genommen, dass die Balinese eine "echte" langhaarige Siamese ist.

In Europa werden alle Farben als Balinesen bezeichnet, also auch alle Red-, Cream-, Cinnamon-, Fawn-Points, ebenso alle Tortie-Points (Red/Cream gemischt mit Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn) und auch alle diese Farben als Torbie-Point (Tortie und Tabby zusammen). Zu diesen vielen Farbkombinationen kommt noch die ganze Silver-Palette dazu, das heisst, alle diese Farben können auch mit einem silbrigen Untergrund/Zwischenraum gezüchtet werden. Die Farbenpalette ist unerschöpflich, aber die Katze bleibt was sie ist, eine Siam mit dem herrlichen samtseidigen, wunderschön glänzenden halblanghaarigen Fell, nämlich eine Balinese.

Balinesen

Balinesen in der alten Form der 70er Jahre

Ein bekannter amerikanischer Siamzüchter sagte nach der ersten Begegnung mit einer Balinesin: "The Siamese wants you, but the Javanese (Balinese) needs you." Eine für diese herrliche Katze passende Liebeserklärung.

Das Fell ist besonders seidig und liegt eng am Körper an. Dabei sollte es zwar dicht sein, darf jedoch keine Unterwolle besitzen. Am Kopf und Hals ist es eher kurz, während es von den Seiten und am Bauch lang herabfällt. Der Schwanz ist lang und federig behaart und verleiht dieser Katze ein Höchstmaß an Eleganz.

Die Farbe des Körpers ist hell, idealerweise weiß, nur die Points besitzen Farbe, d.h. die Ohren, das Gesicht, die Pfoten und der Schwanz sind dunkel. Man bekommt sie, wie die Siamkatze, in den Farben Seal, Chocolate, Red, Cinnamon, Blue, Lilac, Creme, Fawn, Tortie, und jeweils in Tabby, d.h. mit Agouti-Zeichnung. Eine besondere Variante ist die Foreign white, die einfarbig schneeweiß ist und keine gefärbten Points besitzt.

Die Augen sind in der Farbe tiefblau, schräg gesetzt und orientalisch mandelförmig.

Der Kopf ist keilförmig, die Ohren sind tief und breit angesetzt. Würde man die Ohrenspitzen und die Nase durch gerade Linien miteinander verbinden, so entstünde ein gleichschenkliges Dreieck. Stirn und Nasenrücken verlaufen in einer geraden Linie. Die bei Perserkatzen geforderte ausgeprägte Stirnwölbung, der Stop, gilt bei Balinesen und Siamkatzen als Fehler. Eine Einbuchtung oberhalb des Schnurrhaarkissens wird als Pinch bezeichnet und ist ebenfalls unerwünscht. Das Kinn ist fest und darf nicht "fliehend" sein.

Der Körper der Balinesin ist lang und schlank und vermittelt schon beim ersten Anschauen den Eindruck orientalischer Grazie. Sie ist eine elegante zierliche Katze, die auf feinen ovalen Pfoten und langen Beinen steht, wobei die Hinterbeine etwas länger sein müssen als die Vorderbeine. Der Schwanz ist lang, peitschenförmig und läßt bereits einiges von der Sprungkaft und dem Temperament dieser anspruchsvollen Katze erkennen.

Der Charakter ist einmalig. Die legendäre "Gesprächigkeit" der Siamesen hat sich trotz ihres sich bis heute wandelnden Aussehens seit den Anfängen der Siamkatzenzucht nicht verändert und ist ebenso den Balinesen zueigen. Sie verständigen sich laut und deutlich und sind während der Paarung mitunter zu ohrenbetäubendem Lärm fähig. Sie leben nicht gerne auf zu engem Raum, lieben die Gesellschaft von Artgenossen und erwarten von ihrem Besitzer, daß er sich regelmäßig mit ihnen beschäftigt, kurz: Sie sind die idealen Katzen für Familien und Leute, die aktiv sind.

Wurf vom Südstern
sealpoint & sealtabby point
Balinesen-Wurf

Autoren:
Julia Dohnt-Glander,
Hobbyzucht vom Südstern

eMail: webmaster@suedsternbalinesen.de
Internet: Südsternbalinesen

sowie

Uschi Schwarzenbach (Quellenhinweise im Text erwähnt)
Zuchtname: "vom Siam-Castel"
Obergiessenstrasse 12
CH- 9444 Diepoldsau
Tel/Fax 0041-71-7333705

eMail: siam-castel@bluewin.ch
Internet: Siam-Caste 

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