>> Siam - Katze
 
Lumen mundi's Charly

Eur. Ch.
Lumen mundi's Charly
Siam red-point

>> Der Windhund unter den Katzenrassen

Die Siamkatze ist eine elegante, schlanke und grazile Katze aber dennoch sehr muskulös wie ein edles Rennpferd. Mit ihrem exotisch wirkenden Äußeren, den brillant tiefblau leuchtenden, mandelförmigen Augen hat die Siamkatze die Menschen seit Generationen fasziniert. Der Charakter ist geprägt von Gegensätzlichkeiten: überschäumendes Temperament, herausragende Intelligenz, ausgeprägter Eigensinn und die entsprechende Begabung, ihren Willen durchzusetzen. Ihre Geschwätzigkeit ist allseits bekannt; gerne unterhält sie sich stundenlang mit "ihrem Menschen" in allen Tonlagen. Dabei sind die Siamesen gelehrig und aufmerksam. Man sagt von allen Katzen sei die Siamesin dem Hund am ähnlichsten. Wohl wegen der direkten Zuwendung, wegen ihrer starken Bezogenheit auf den Menschen. Tatsächlich ist das etwas, was man bei Katzen sonst nicht findet. Nur die Siamkatze schaut den Menschen so ruhig und lange unverwandt und direkt in die Augen, wenn sie mit ihm spricht. Siamkatzen brauchen eines vor allem: zärtliche Ansprache. Ihre Freundschaft und Zuneigung ist total, aber trotz ihres - hundeähnlichen anhänglichen Verhaltens - ist und bleibt sie Katze. Wie andere Katzen schätzt sie Unabhängigkeit, Handlungsfreiheit und einen geregelten Tagesablauf. Weil sie sich ihrem Menschen ganz anschließen möchte, sollte der nichts dagegen haben mit der Katze Tisch und Bett zu teilen und mit ihr zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten spielen und ihr Aufmerksamkeit schenken. Wer sie zu oft einen halben oder ganzen Tag allein in der Wohnung lassen muss, der sollte unbedingt eine Zweitkatze dazutun. 

Erste Aufzeichnungen über die Siamkatze finden sich im "National Library" in Bangkok aus dem Jahr 1350. Die Zeichnung zeigt eindeutig eine Katze mit hellem Körper und mit dunklen Points, wie die Abzeichen an Kopf, Pfoten und Schwanz genannt werden. Sie wird hier noch Vichien Mas genannt. Die Siamkatzen waren auch in Thailand (dem früheren Siam) immer selten und wurden deshalb auch nur vom Adel gehalten. Vermutlich ist die schlanke orientalische Siamkatze aus einer Kreuzung zwischen asiatischen Hauskatzen und wildlebenden, getüpfelten Bengalkatzen entstanden. Ende des letzten Jahrhunderts waren in Europa Siamkatzen gelegentlich in den zoologischen Gärten von Berlin, Frankfurt, Dresden und Den Haag zu bestaunen. Seit etwa 1890 wird die Siamkatze bei uns erfolgreich gezüchtet. Am 16. Juli 1871 fand in London im berühmten Crystal Palace die erste Cat-Show statt, dort wurden auch die ersten Siamkatzen ausgestellt. Damals dachte niemand, dass diese Katze einmal so berühmt werden würde. Ein Schreiber bezeichnete sie "als unnatürlicher Alptraum von einer Katze". Ein anderer schrieb, dass diese Katzen nie so beliebt sein werden wie die normalen Katzen, sondern immer nur von einem bestimmten Freundeskreis geliebt würden, was ja eigentlich auch stimmt. 

Eur. Ch. Lumen mundi's Charly

Eur. Ch. Lumen mundi's Charly
Siam red-point

Der englische Generalkonsul Owen Gould hatte ein Paar siamesische Katzen namens Pho und Mia nach Großbritannien aus Thailand eingeführt. Viele Züchter verließ der Mut, denn die Siamkatze war nicht leicht zu züchten. Der Klimawechsel machte dieser Rasse schwer zu schaffen und die Besitzer kapitulierten. Den wenigen aber, die der Siamkatze treu geblieben sind, verdanken wir heute diese herrlichen temperamentvollen Katzen. Schon 20 Jahre nach ihrem Erscheinen in England wurde über die Siamkatze geschrieben: "Sie sehen aus wie edle Windhunde und sind beweglich und großartig im Springen". Im Jahre 1902 formulierte der britische "Siamese Cat Club" (noch heute einer der weltgrößten Siam-Spezialclubs) einen Rassestandard, der bis heute noch in weiten Teilen seine Gültigkeit hat. Es war darin bereits damals von "martenface" (Mardergesicht) und langem, elegantem Körperbau die Rede. Die originalen Siamkatzen, die vor über 100 Jahren in die Vereinigten Staaten und nach England importiert wurden, waren bereits recht feingliedrige, elegante Tiere mit keilförmig länglichen Köpfen (wenn vielleicht auch noch nicht so lang und schlank wie heute) und schräggestellten, intensiv dunkelblauen Augen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren bei den Siamkatzen vor allem Seal- und Bluepoints bekannt. Nach dem 2. Weltkrieg boomte eine Farbenvielfalt. Die erste erwähnte Blue-Point-Siam wurde 1896 in London ausgestellt. Die blauen wurden damals Malto-Siamese genannt. Die ersten Seal-Points die von England nach den USA kamen waren schon Träger der Farbe Blue. Die Importtiere dürften das Gen für Blue von einer Blauen Shorthair bekommen haben, denn die Russian blue waren in England damals schon sehr bekannt. Die ersten Chocolate-Point wurden verschenkt oder kastriert, weil man der Meinung war eine "unsaubere Farbe" zu haben. In England wurde die Chocolate-Point 1950 als eigene Farbe anerkannt. Die Farbe Lilac-Point (in USA Frost-Point) wurde in den USA 1955 anerkannt. Die ersten Siamesen mit gestreiften Abzeichen (Tabby-Point) gingen aus Hauskatzen mit Tabbymuster und Siamesen der klassischen Farben hervor. Sie sind in Deutschland seit 1966 anerkannt. Um das bei Siamesen bis dahin nicht vorkommende Rot genetisch einzufangen, nahm man Britisch Kurzhaar mit der entsprechenden Färbung als Partner für Seal-Point Siamesen. Das Ziel war eine Katze von möglichst vollkommenem Siamtyp mit hellem einfarbigen Haarkleid am Körper und roter Spitzenfärbung (Red-Point). Schließlich wurde aus diesen Neuzüchtungen ein weiteres möglich, allerdings nur bei weiblichen Siamesen, die Tortie-Point. Diese Farbschläge wurden alle 1966 anerkannt. In neuester Zeit kamen noch die Farben Cinnamon-Point und Fawn-Point hinzu, die über ein Kreuzungsprogramm mit Abessinier und Orientalisch Kurzhaarkatzen entstanden sind. 

Lumen mundi's Helena
Siam blue-point mit Babys

Lumen mundi's Helena

Doch ganz gleich für welchen Farbschlag man sich entscheidet, die Siamkatze sollte in jedem Punkt harmonisch wirken. Standardgemäß harmonisch, ein zauberhaftes Wesen, das seit über 100 Jahren die Menschen in Europa und USA verzaubert und mit Schmusen verwöhnt. Eine Siamkatze ist nicht nur wegen der Maskenfärbung eine Siam, sondern ihr einmaliger Charakter gehört schon mit dazu. Der ist es, der unbedingt rein erhalten bleiben sollte. Obwohl heute eine Menge Rassen ebenfalls die Maskenfärbung eingezüchtet bekommen haben, ist und bleibt die Siamkatze einmalig. Die Siamkatze hatte ihr Färbung von Anfang an und sie ist und wird immer etwas Besonderes bleiben.

Siamkatzen haben einen ausgeprägten Familiensinn und sind sehr aufopfernde Mütter. Leben mehrere Siamkätzinnen in einem Haushalt zusammen, kümmern sie sich gemeinsam um die Jungen oder versehen Ammendienste für Waisenkätzchen. Auch mit Kindern und Hunden vertragen sie sich prächtig. Siamesen werden schneeweiß geboren; die typische Zeichnung entwickelt sich erst nach den ersten sechs Monaten. Dieses Phänomen beruht auf der Tatsache, dass die Färbung temperaturabhängig ist. Während die Temperaturen im Bauch der Katzenmutter konstant 39 Grad beträgt, sind die Kätzchen nach der Geburt einer wesentlich niedrigeren Temperatur ausgesetzt. Das Fell der Kleinen färbt sich an den Extremitäten dunkler - an Stellen also, die der Kälte am meisten ausgesetzt sind. Jungtiere sollte man erst mit vierzehn bis sechzehn Wochen von der Mutter trennen und abgeben, da sie eine langsamere Entwicklung durchmachen wie andere Katzen.

Lumen mundi's Siambabys
blue-creme-point

Lumen mundi's Siambabys

Fast jeder Katzenliebhaber schmilzt dahin, sobald er mit einer Siamkatze nähere Bekanntschaft schließt. Die Siam ist eine Katze für "Kenner". Der Umgang mit ihr erfordert ungleich mehr an Katzenerfahrung und Einfühlungsvermögen, damit ihr Wesen sich voll entfalten kann und sie keinen seelischen Schaden nimmt.

Autor:
Beate + Andreas Ruff
Ernst-Bezler-Str. 18
D 72525 Münsingen

Tel. + Fax: (0049) 07381/69779
(USA 01149) 7381/69779

eMail: andruff@debitel.net
Internet: Lumen Mundi's

Download Rasseportrait Siam >>> [ca. 180 KB]

Lumen mundi's Siam & Orientalen

 
 
[Zum Seitenanfang]